Ich habe mal eine ganze Zeit lang in England gelebt. Und dort ist Tee einfach schwarzer Tee. Als man mich am Anfang fragte, ob ich einen Tee will und ich zurück fragte, welchen Tee sie denn hätten, gab es nicht gerade eine große Auswahl. Aufgewachsen bin ich aber mit einer Küche, die voller Kräuterbündel hing und wir durften unseren Tee nach Belieben zusammenstellen, indem wir von Kräuterbund zu Kräuterbund gingen und uns die Menge abschnitten, die wir wollten. Was nicht mehr hing, war abgefüllt in Gläsern und Behältern und konnte ebenso genutzt werden. Einige Kräuter wurden dabei viel getrunken und andere weniger. Einiges war allein als Heiltee da, aber Brennnessel, Minze, Melisse und vieles andere kombinierten wir wild.
Heute genieße ich es, dass ich einfach in meinen Garten gehen kann und die Kräuter ernte, die ich selbst gesät habe. Und allem ist ein Kraut gewachsen, wenn ich auch nicht alle in meinem Garten habe, aber für eine gute Kanne Tee jeden Tag im Jahr reicht es.
Und den schwarzen, den grünen oder den weißen Tee, den kaufe ich halt dazu. Denn die Liebe zu einer guten Tasse Tee ist geblieben. Und im Moment trocknen die schwarzen Johannis- und die Himbeerblätter, damit sie demnächst Tee werden.
Nicht jeden Tee muss man kochen, manche brauchen einen Kaltauszug und dann weise ich darauf hin. Denn nicht jede Pflanze verträgt Hitze und manchmal will gut Ding auch einfach Weile haben.
Während Du auf einen kalt angesetzten Tee wartest, lausche dem Wind, beobachte den Flug der Vögel oder erfreue Dich am Besuch der Bienen.

